Schlagwort-Archive: Gesellschaft

Angst, ein Irrweg der Gesellschaft.

Angst zerstört die Gesellschaft.

Nach langer Beobachtung und Analyse bin ich zum dem Schluss gekommen, die Angst ist unser größtes Problem, es manifestiert sich überall!

Ich gehöre zu einer Generation, die in Frieden und Wohlstand aufwachsen durfte. Dafür bin ich auch sehr dankbar, aber ich wundere mich, warum so wenige diesen Wohlstand auch genießen können und überall trotzdem noch die Angst herrscht.

Viele ältere Menschen, die noch den Krieg erlebt haben oder kurz danach geboren wurden, haben noch schwere Zeiten erlebt, wo es teilweise ums nackte Überleben ging. So etwas prägt natürlich. Sicher haben sie Recht, wenn sie sagen es ist immer noch besser als damals, als man noch Sorge hatte, am nächsten Tag nichts zu Essen zu haben. Nun, ich habe heute auch manchmal Sorge, am nächsten Tag nichts zu Essen zu haben, obwohl sogar zu viel da ist. Ich lebe von Sozialhilfe und wenn mal außerordentliche Ausgaben anstehen, kann ich mir manchmal nur Nudeln oder Instant-Kartoffelbrei leisten.

Ich will nicht, dass jemand Angst hat und darum arbeite ich nicht. Mir macht es nichts aus, zum Abschaum der Gesellschaft zu gehören und dann lasse ich anderen den Vortritt…

Und da frage ich mich natürlich, warum das so ist? Warum muss ich heute noch die gleichen Sorgen haben, wie meine Großeltern vor 70 Jahren? Das liegt wohl an den Traumata und Ängsten aus dieser Zeit, denn diese Generation und ihre Kinder haben die Welt von heute gestaltet, mit den Ängsten vor dem Krieg und vor dem Hunger. Sie können nicht verstehen, dass es NICHT diese Ängste waren, die zu unserer Gesellschaft geführt haben, sondern die Arbeit, die Organisation und die Kreativität.

Viele meinen, die Angst ist wichtig zum Überleben – ohne Angst würden wir uns Gefahren aussetzen und daran sterben. Nun ja, in der freien Wildnis ist das sicher richtig, aber wir haben doch eine Gesellschaft und diese haben wir uns erschaffen, um eben KEINE Angst mehr vor der Natur und ihren Spielarten haben zu müssen. Wir haben vorgesorgt. Alle gefährlichen Wildtiere sind ausgerottet.

Allerdings, wenn eine Katastrophe passiert, heißt das oberste Gebot: Keine Panik! Warum also oder besser vor was, sollte ich Angst haben? Und warum in aller Gottes Namen soll ich auch noch auf diese Angst hören? Der Säbelzahntiger hat es sehr leicht, wenn man panisch davon rennt! Versteckt man sich ruhig hinter einem Stein, hat man noch Chancen zu überleben.

Man soll Angst davor haben, aus dieser schützenden Gesellschaft ausgeschlossen zu werden!


Ja, davor soll man sich fürchten, weil man dann nichts mehr zu Essen hat, weil dann dein Anteil im Mülleimer landet. Da ergibt sich dann das Paradox, dass das, was wir uns geschaffen haben, um keine Angst mehr haben zu müssen, uns nun die meiste Angst bereitet, ja sogar indoktriniert! Und damit ist unsere Gesellschaft gescheitert und zwar

im KERN ihres eigentlichen Sinns! GESCHEITERT!!!

Das führt zu dieser großen allgemeinen Unzufriedenheit, weil die Menschen wissen oder zumindest spüren, dass dieser Zwang zur Angst völlig unnötig ist. Und man wehrt sich völlig zu Recht dagegen! Logisch, Angst gebietet abwehren, ausweichen oder flüchten.

Warum lügen wir so oft? Aus der Angst ausgeschlossen zu werden! Wann schließen wir aus? Wenn gelogen wird!

Es zeigt sich also, dass Angst als Handlungsantrieb IMMER in Teufelskreise führt (dieser Text könnte nie enden!) und die Angst – trotz größter Anstrengungen – nicht überwunden wird. Eine Gesellschaft die mir Angst machen will, kann ich nicht gebrauchen, weil das absichtliche auslösen von Angst, nennt man allgemein Terrorismus. Gewalt oder Terror kann auch psychisch oder emotional sein.

Das führt dann zu vielen Problemen, im Großen zum Militär und die allgegenwärtige Drohung mit Gewalt. Viele Kriege waren Präventivkriege, man schoss zuerst, aus der Angst der andere könnte zuerst schießen!

Das Gewaltmonopol liegt beim Staat! Die Bevölkerung akzeptiert also, dass man ihr Angst durch Androhung von Gewalt macht, um Ängsten vor Gewalt zu begegnen! Ich muss doch wohl nicht dazu schreiben, wie grotesk und unsinnig diese Idee doch ist.

Und im Kleinen führt es oft zur falschen Partnerwahl. Frauen wählen oft einen Mann der Sicherheit bietet, Arbeit, Haus und Muskeln hat, die Liebe zählt da nicht viel und bleibt auf der Strecke. Bei manchen ist es schon so schlimm, dass sie meinen jemanden zu lieben, nur weil er die Ängste zu beruhigen vermag!

So wird das Leben kalt – kalt, weil man der Angst folgt.

„The german Angst“ ist in anderen Ländern schon sprichwörtlich! Das Sicherheitsbedürfnis in Deutschland, ist Ausdruck dieser Angst! Wer Sicherheit sucht, versucht seine Angst zu beschützen – ohne sie dabei loszuwerden. Das führt dazu, dass man immer mehr Sicherheit braucht, weil einem immer mehr Gründe einfallen, um Angst zu haben.

Nun wage ich mal eine These und sage: Angst kann eine Sucht werden! Ich meine damit nicht die Adrenalinsucht von Extremsportlern oder ähnliches, nein, die Sucht nach der Angst an sich – ohne greifbaren Auslöser. Dann braucht man die Angst, um das Gefühl zu haben, am Leben zu sein.

Ängste sind völlig normal, jeder hat welche. Schon die Geburt und die Trennung von der Mutter, ist ziemlich angst-einflößend. Aber Ängste können überwunden werden, man braucht sie nicht!

Eigentlich dachte ich, ich hätte meine Höhenangst überwunden. Doch letztens hatte ich eine Gelegenheit, bei der ich feststellen musste, nein, da ist sie ja doch noch, na und? Ich habe es trotzdem getan! Das war vielleicht mutig, aber sicher nicht dumm. Denn ich weiß doch, dass ich einen sicheren Stand und ein gutes Gleichgewichtsgefühl habe, ich falle nicht runter. Und wieder habe ich ein Stückchen dieser irrationalen Angst abgebaut…

Gefährlich war nicht die Höhe, sondern meine Angst.

Angst ist gefährlich!

Diese Überlegungen führten mich zu diesem Aufruf:


Wir müssen es schaffen, die Liebe größer zu machen als die Angst!
Fangt damit an: Keine Angst vor der Liebe! Wärme ist schön!PS: Weil es gerade aktuell ist, Sado-Maso. Also ihr findet es geil eure Ängste beim Sex auszuleben, euch zu fesseln, zu würgen, zu schlagen und zu peitschen? Da ist die emotionale Verirrung schon massiv ausgeprägt! SM kann auch zur Sucht werden, die Praktiken werden immer härter, ohne eine wirkliche Befriedigung zu bekommen. Kein Wunder, sucht man doch danach, die Ängste loszuwerden und die Liebe zu finden. Was daran so reizvoll ist, falls man halbwegs normal fühlt, ist der Tabubruch, aber dieser Reiz vergeht sehr schnell…

Ich wünsche mir für unsere Kinder, niemals damit in Berührung kommen zu müssen. Und bitte daher die Medien nicht darüber zu berichten, schlimm genug, dass es diese Bedürfnisse gibt. Es ist demütigend und unwürdig, dagegen ist dieser Voyeurismus harmlos.